13.04.2022

Juniorinnen B: Bronzemedaille an den Schweizermeisterschaften 2022

Juniorinnen B: Bronzemedaille an den Schweizermeisterschaften 2022

Am vergangenen Wochenende fand endlich wieder eine Finalrunde der sechs besten B-Juniorinnenteams statt. Die Hälfte des Teams erlebte im Jahr 2019 den Gewinn des Vizemeistertitels der C-Juniorinnen und hatte eine Vorstellung, was einen an einer Finalrunde erwartet. Die restlichen Teammitglieder haben es nun in Uznach erfahren, welche Emotionen mit diesem Anlass gewecktwerden können.


Vor einem Jahr sind die B-Juniorinnen nach einem gewaltigen Umbruch mit vorzeitigen Abgängen von Leistungsträgerinnen mit wenig Kredit in die Saison 2021/22 gestartet. Viele Juniorinnen mussten sich zuerst daran gewöhnen, dass sie nun selbst das Team ziehen und prägen müssen. Zuvor konnten oder mussten sie im Schatten stehen und mitlaufen. Der Wandel von Mitlaufen zu Führen war eine riesige Herausforderung für das ganze Team und den Trainerstaff. Den Juniorinnen das Selbstvertrauen stetig «einzuimpfen», den Anspruch auf eine Führungsrolle innerhalb des Teams vor Augen zu führen und das Umdenken herbeizuführen, dass plötzlich der eigene Einsatz entscheidend für Erfolg oder Niederlage sein kann, war eine Herausforderung. Diese Arbeit von allen, den Trainerinnen und den Spielerinnen hat sich am Finalwochenende vom 9. und 10. April jedoch derart ausbezahlt, dass die Genugtuung für alle riesig ist.


Am Samstag sind wir mit den Gruppenspielen so gut gestartet wie noch nie zuvor an Schweizermeisterschaften. Das 1. Spiel brachte uns den Gruppensieger Wild Tigers Härkingen als Gegner, welches wir mit einem klaren 5:0 gewannen, und das nicht zuletzt Dank einer souveränen Leistung unserer Torhüterin Giulia. Im 2. Spiel trafen wir auf Unihockey Fricktal, welches zuvor
ebenfalls W.T. Härkingen besiegte. Schnell war klar, dass es ein schnelles und offensives Unihockeyspiel würde. Fricktal spielte Unihockey, liess den Ball laufen und war aggressiv und schnell auf den Beinen. Wir konnten voll dagegenhalten, kämpften um jeden Ball, setzten immer nach und unterstützten uns gegenseitig. Gegen vorne spielten wir frei auf und liessen unserer Kreativität freien Lauf – ein Tor schöner als das andere! Zur Pause führten wir mit 7:4 und wie schon im 1. Spiel konnten bereits zu diesem Zeitpunkt alle 14 Feldspielerinnen ihre kleineren und grösseren Einsätze leisten. Nach der Pause spielten wir in diesem Rausch weiter und gewannen das Spiel klar mit 13:8. Der erste Finaltag war perfekt mit dem Gruppensieg.


Sonntagmorgen um 8:00 Uhr Besammlung vor der Ehrethalle: Alle waren voller Tatendrang und freuten sich auf das bevorstehende Halbfinalspiel gegen das Heimteam der Jona Uznach Flames. Wir spielten um den ersten Matchball einer Medaille – und dies schien uns etwas zu bremsen. Plötzlich war die Leichtigkeit von den Spielen am Vortag verflogen, wir liefen den Gegnerinnen nicht mehr um die Ohren, konnten zwar den Ball laufen lassen, aber irgendwie war alles verkrampft und entsprechend gingen die Abschlüsse über und neben das Tor. Jona Uznach Flames spielten sicherlich um einiges defensiver als unsere Gegnerinnen vom Samstag und überraschte uns mit weniger herausgespielten Torschüssen. Beim Pausenstand von 1:1 war noch alles offen. Dann aber ein Strafe gegen uns und ein mühsames Tor, das uns nicht gut tat. Bis 3 Minuten vor Schluss stand es 3:4 zu Ungunsten von uns. Wir entschieden uns aus Gründen des bisherigen Spielverlaufs, volles Risiko zu nehmen und so spielten wir ohne Torhüterin und stattdessen mit einer 4. Feldspielerin. Leider wurden wir nicht belohnt, sondern mussten kurz daraufhin noch 2 Tore hinnehmen zum Schlussstand von 3:6. Der erste Matchball war verspielt und die Tränen flossen. 

Der kleine Final um 14:00 gegen Unihockey Fricktal und zugleich unser zweiter Matchball für eine Medaille wurde für uns zum Happy End. Wir sind aufgestanden und weitergegangen, denn Einhörner geben niemals auf! Der Druck war eigentlich riesig und doch spielten wir so frei auf wie uns dies am Samstag gelungen war. Wir standen eng in der Defensive, blockten die Schüsse und stellten derart schnell in die Offensive um, wie wir uns das perfekte Unihockeyspiel jeweils erträumen! AIM vom Swiss Way begleitete uns diese Saison und wurde im allerletzten Spiel dieser Saison fast zur Perfektion umgesetzt und zwar so, wie es auf dieser Altersstufe und auf dem Kleinfeld halt möglich ist.


Kurz vor der Pause erhöhte zwar Unihockey Fricktal innerhalb Sekunden das Spiel vom 2:2 auf 2:5 aus unserer Sicht. Im Gegensatz zum Halbfinal entschieden wir uns in dieser Phase gegen ein Timeout, weil wir das Team derart positiv wahrnahmen und schlichtweg überzeugt waren, dass wir diesen Durchhänger kompensieren würden. Sekunden vor dem Pausenpfiff schossen wir das 3:5 und gleich nach der Pause folgte der Anschlusstreffer zum 4:5. Danach war das Feuerwerk gezündet und unser Team spielte ein Unihockey, das jedes Unihockeyherz höherschlagen liess. Hoki-Poki auf dem Kleinfeld ist für uns kein Fremdwort, Bogenlauf bis zum Ende durchziehen und die nötige Geduld, den Ball am Ende mit Entschlossenheit gezogen ins hohe Eck zu versenken oder offenstehend an der Gegnerin vorbei, alles wurde ausgepackt und erfolgreich angewendet. Unser Wort der Saison 2021/22 – Kreativität – wurde geradezu von unseren Spielerinnen zelebriert – danke! Der schönste Lohn und die grösste Genugtuung für uns Trainerinnen! Am Ende siegten wir klar mit 11:6 und holten uns die verdiente Bronzemedaille.


Die Saison mit einem Sieg an der Schweizermeisterschaft abschliessen zu können, ist das schönste Geschenk! Die Tränen der Freude waren bei den einen entsprechend etwas grösser…


Wir danken den Organisatoren, den Jona Uznach Flames für die überaus gelungene Schweizermeisterschaft. Die SM war nach zwei Jahren Pandemie ein Freudenfest und so wurde es
von den Flames auch zelebriert und durchgeführt! Dem späteren Schweizermeister, unserem Tabellennachbarn in der Meisterschaft, den White Indians Inwil-Baar gratulieren wir zum Titel!


Und am Ende der grosse Dank an alle Eltern, die uns derart Unterstützung gaben! Es war ganz einfach toll wie ihr alle gekommen seid und eure Töchter und das Team mit Glocken und Lärm unterstützt habt!


Ein weiterer grosser Dank gilt unseren beiden Vereinen Astros Rotkreuz und Einhorn Hünenberg, die zusammen den Weg der Mädchenförderung gehen und unterstützen mit einem Klima der wohlwollenden Zusammenarbeit!


Der grösste Dank gilt dem Team: Was ihr geleistet habt, ist grandios und dass ihr am letzten Wochenende einer langen Saison all das Gelernte ausgepackt und den Willen gezeigt habt, diese SM zu eurem Freudenweekend zu machen, erhält von uns Trainerinnen den grössten Applaus – wir sind stolz auf euch!


Karin (Headcoach), Melanie (Torhütertrainerin), Pizza (SM-Trainerassistentin)

Es spielten:
Giulia (Tor) ; Anouk (4/4), Anastasia (1/1), Luisa (3/3), Flavia, Tamara (1/2), Janina, Fiona K. (2/2),
Fiona P. (7/4), Lia (1/1), Tanja (8/0), Kerstin (0/1), Colienne (3/3), Jessica, Emilia (2/4)